Alamere Falls

Mittwoch, 30. März 2016
Da einige Leser immer nach Bildern schreien hier ein kleiner Einblick in eine 20km Wanderung vor ein paar Wochen bei den Alamere Falls.


Dafür lohnt sich das Aufstehen um 5 Uhr














Völliger Naturwechsel 5 Minuten im Landesinneren




Die Wellen waren teilweise so nah an den Klippen, dass wir davor wegrennen klettern mussten












Als nächstes werde ich mich an die Silicon Valley Reihe setzen, falls es also noch Fragen Deinerseits gibt immer her damit!

Cheers

Towards the Sun

Samstag, 26. März 2016
Es ist der 2. Weihnachtsfeiertag in Kalifornien. Während man in Deutschland damit beschäftigt ist, wenigstens mit jedem Teil des Verwandtenkreises einmal Weihnachtsgebäck zu essen, begebe ich mich mit Ruben auf meinen ersten kleinen Roadtrip. Ruben ist Portugiese und macht für 3 Monate Praktikum bei BednBuild, einem anderen Startup meines Chefs Oliver, welches wie Airbnb Zimmer vermietet und vor allem jene Leute aus aller Welt fokussiert, welche hier in Startups/Unternehmen arbeiten und länger als nur für ein paar Wochen bleiben. Als ich am Samstagmorgen in einem der BednBuild Häuser aufwache und rausschaue ist es frisch, so frisch, dass das Gras in dem großen Garten weiß in der Morgensonne glänzt. Ich freue mich auf den Roadtrip. Unsere heutige Tour soll uns ein Stück übers Landesinnere nach Santa Cruz am Pazifik und von da aus an der Route 1 hoch zum Half Moon Bay führen. Es ist einer der Tage, wo die Aufregung einen aus dem Bett holt. Die tatsächliche Frische durchfährt mich aber erst, als ich mein Vorhaben vom Vortag einhalte und eine Bahn durch den unbeheizten Pool ziehe.




Santa Cruz

Eine Dusche mit zittrigen kalten Beinen, ein schnelles Frühstück und eine Stunde Autofahrt später kommen wir in Santa Cruz an, einer schmucken Kleinstadt, welche für die Surferbucht an der Westküste bekannt ist. Wir stellen das Auto ab und laufen den letzten Kilometer auf den Pazifik hinzu. Für mich immer ein besonderer Moment, für Ruben als portugiesisches Küstenkind keine Besonderheit.





Er hat schon alles gesehen, ihn schockt gar nix mehr...


Max. 5 Selfiestick Aufnahmen pro Jahr sind zulässig ($ 42 Abs. 2 KunstUrhG)




Boardwalk

Danach gehen wir zum Boardwalk, dem ältesten bestehenden Freizeitpark Kaliforniens. Es bietet sich uns ein ungewohntes Bild, da sich die Achterbahnen, Spielhallen für Jung und Alt und jede Menge Attraktionen an der Strandpromenade der Küstenstadt entlangziehen.








Ein Teil des Boardwalks macht die Casino Arcade aus. Die Halle voller Videospiele und Spielautomaten für Jung und Alt. Nachdem man eine Plastikkarte mit Geld aufgeladen hat oder eine gültige EC-/Kreditkarte mit sich führt, kann man an jedem Spielgerät die Karte durchziehen und spielen. Von Airhockey über Rennspiele und Laser Tag bis hin zu Glücks-/Geschicklichkeitsspielen ist hier alles vertreten.



Für mich jedoch eher eine skurrile Welt, da man hier den Kindern früh beibringt, wie einfach man doch eine Kreditkarte durchziehen kann, ohne das Geld verrinnen zu sehen. Am sonderbarsten sind die Glücks- oder Geschicklichkeitsspiele, bei denen man mit Einsatz spielt und Papiertickets gewinnen kann. Diese sind wie auf dem Jahrmarkt gegen Preise eintauschbar. Es ist jedoch nicht so, dass ein Ticket gegen einen Preis getauscht werden kann. Nein, je nach Gewinn kommt aus dem Spielautomaten eine lange Kette an Tickets heraus, wobei man den lang ersehnten Plüschbar dann für mehrere Hundert Tickets erhält. Die Szenerie gestaltet sich demnach wie folgt:
Vor mir steht der 40 Jährige bärtige Familienvater (ich nenne ihn mal Jim) in kurzer Hose und Poloshirt, der wie gebannt auf das vor ihm befindliche Gerät schaut. Das seiner Meinung nach für am lukrativsten auserkorene Glücksspiel lässt einen Ball aus 2m Höhe auf eine sich drehende, mit Löchern versehende Scheibe fallen. Die Löcher haben dabei unterschiedliche Werte (5, 10, 20 und 50). Fällt der Ball nicht vom Scheibenrand herunter, sondern kommt im einem der Löcher zur Ruhe, vermag das Gerät den tapfer zahlenden Spieler je nach zugeschriebenem Wert des Loches mit der entsprechenden Punktezahl in Form von Tickets auszuzahlen. Diese kommen wie Wartenummern im Einwohnermeldeamt als lange Ketten mit gestanzten Reißlinien aus dem Automatenschlitz bzw. häufen sich in Jim‘s Falle bereits auf dem Boden.




Ich betrachte die Szenerie eine kurze Weile, fiebere mit, um meinen mitfühlsamen Dopamin Spiegel wieder auszugleichen, bin jedoch nicht der einzige Zuschauer. Hinter Jim stehen seine Gattin, sein Sohn und seine kleine Tochter, die sein Bein umklammert und den Kopf in den Nacken legen muss, um dem Schauspiel zu folgen. Jedes Mal, wenn der Ball ausgehoppelt ist, feiern Mutter und Kinder entweder die erfolgreiche Verlängerung der bereits ausgegebenen Ticketkette, welche den Kindern den Traum einer neuen Super Soaker realer werden lässt, oder es raunt eine leise Mitleidsbekundung der Familie durch den Raum. Unabhängig vom letztendlichen Ruhepunkt des Balls bleibt Jim jedoch recht ruhig und bückt sich (die Tochter immer noch das Bein umarmend), um die Kreditkarte wieder durch den Schlitz zu ziehen. Neue Runde, neuer Ball, neues Glück. Eine seltsame Szenerie, hingegen anscheinend DIE alternative Kaufmethode eines Gewinnpreises, die den Konsumenten und das ihm nachfolgende Publikum in den Bann zieht und bei der Zielgruppe einen höheren Dopamin Spiegel verursacht als der einfache Kauf des Gewinns im Spielwarengeschäft des Vertrauens bzw. jeder gut sortierten Plüschtierhandlung.


Unser Essen kam in einer noch kochend heißen Pfanne

Wir gehen mit gemischten Gefühlen, leckerem Essen im Bauch und der Zeit im Rücken aus der Halle, da wir den Sonnenuntergang in Half Moon Bay in wenigen Stunden noch erwischen wollen, die vielen wunderschönen Ausblicke auf der Strecke dorthin jedoch eingeplant sein müssen.








Was für ein Foto von Ruben von diesem Braunpelikan!











Sie sieht so hilflos aus!

Rund 2km vor der Küste schwimmen hier zu bestimmten Jahreszeiten die Wale vorbei, man braucht jedoch am besten ein Fernglas und etwas Glück, um sie springen oder ausatmen zu sehen


Half Moon Bay

In Half Moon Bay treffen wir 10 Minuten vor dem von Google prognostizierten Sonnenuntergang ein. Einer der schönsten, an den ich mich erinnern kann. Rubens Spiegelreflexkamera macht die Bilder noch etwas kitschiger als die Realität.


Die Farben sind realistisch, nachfolgende eher weniger








Ein Foto gespickt mit Perfektion


Kurzer zweiter Tag

Nach der Nacht im einem BednBuild Haus in San Francisco geht’s am 2. Tag über die Golden Gate Bridge Richtung Norden.


Ich liebe die Regenbogen Fußgängerüberwege im bereits erwähnten Castro


Diese Straßen...




Der Blick auf Alcatraz


Man sieht mir die Außentemperatur an












Der Bürger von In-n-Out, für viele einer der besten, ist aber eher Fast Food als ein richtig guter Burger

Anschließend geht es weiter Richtung Norden nach Sonoma, dem Weingebiet was neben dem bekannten Napa Valley liegt, jedoch mehr Wein produziert und laut eines in SF kennengelernten Weinkenners von allen Weinen dieser Muttererde aufgrund Sonoma‘s Muttererde abweiche und für die geschulte Zunge erkennbar sei. Der Tag endet mit einer Weinverkostung in einem der über 425 Weingüter von Sonoma.


Der Garten des Weinguts


4 Monate bin ich nun hier, wie die Zeit verrennt…

Mehr gibt's kommende Woche ;)

Bis bald!